Unser Tierheim-Alltag der letzten 5 Tage….

Wir wollen nicht jammern, wir wollen mit diesem Post aufrütteln! Aufrütteln für mehr Sensibilität, was z.B. die Kastrationspflicht bei Freigängerkatzen angeht! Denn wir können und wollen natürlich auch nicht einfach weg schauen. Wir werden zu jeder Tages- und Nachtzeit angerufen, wenn ein Tier in Not ist.
Die letzten 5 Tage waren für unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Mitarbeiter/innen des Tierheims ein Auf- und ein Ab: Wir waren und wir sind unermüdlich unterwegs, egal ob es Montag oder Sonntag ist, egal ob es morgens 6 Uhr ist oder 23 Uhr abends.
Und ja, uns haben die Ereignisse der letzten Tage seelisch sehr belastet, auch wenn es natürlich glückliche Momente von geretteten Tieren geben hat.
Was ist passiert?
Am Samstagabend gegen 22 Uhr erreichte uns ein Anruf auf unserem Notfallhandy: Ein Bauer in der Nähe ist leider verstorben und die Nachbarschaft hatte es nicht gleich bemerkt. Der Verstorbene war Geflügelzüchter und hatte eine Menge Tauben, Hühner und Fasane. Unsere Tierheimleiterin fuhr mit Ehrenamtlichen sofort los, um sich ein Bild Vorort zu machen: Die Vögel waren größtenteils verdurstet, manche der Vögel sind noch in der Nacht in unseren Händen gestorben. Ein Bild, dass man so schnell nicht wieder vergisst! Zurzeit müssen auf diesem Hof noch 29 Tauben mit zwei Babytauben, 2 Silberfasane, weitere Fasane mit 6 Welpen, 3 Hähne, 6 Hennen sowie ein Feldhuhn versorgt werden. Die Tierarztpraxis Görlach hat uns mit den Infos zur Fütterung der einzelnen Tiere unterstützt. Ehrenamtliche Helferinnen stellen die Versorgung nun mehrmals am Tag sicher, bis alles geklärt werden kann, wer die Tiere ggf. bei sich aufnehmen kann.
Alleine innerhalb der letzten 4 Tagen haben wir insgesamt 9 kranke Streunerkatzen in der Nähe von Butzbach mit Lebendfallen fangen können. Die Lebendfallen müssen dabei rund um die Uhr kontrolliert werden, damit die Katzen nicht zu lange panisch in der Falle bleiben müssen. Zuvor wurden die dafür notwendigen Futterstellen eingerichtet: Alle Katzen sind so verwurmt, dass sie bereits röcheln und die Würmer sogar erbrechen. Alle sind natürlich nicht kastriert, weshalb unter den 9 Katzen auch 5 Kitten sind. Alle leiden unter Durchfällen und haben Flöhe. Was das für unser Tierheim bedeutet, personell sowie finanziell, kann man sich gut vorstellen: Neben unserem sowieso schon übervollen Katzenhaus mit jeder Menge Katzenkitten, bedeutet das 9 zusätzliche ärztliche Behandlungen, Impfungen, Kastrationen, Spezialfutter und und und!
Was ist so schwer daran endlich eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen in Butzbach einzuführen? Die Gesetze sind da, man muss sie nur anwenden! Dies würde das Elend wenigstens etwas eindämpfen!
Soviel zu unserer „Außenarbeit“ – aber auch in unserem Tierheim steht die Welt nicht still: Das Telefon klingelt, ein Fundhund wird abgegeben, eine Angsthündin musste ebenfalls angefüttert werden und konnte zum Glück mit unserer Lebendfalle gesichert werden (die Butzbacher Zeitung berichtete), Kaninchen werden „nicht mehr gebraucht“, weil der Besitzer in Urlaub fahren möchte, alte Hunde werden abgegeben, weil „sie in das Wohnzimmer gemacht haben“ und so vieles mehr! Versteht uns nicht falsch: Wir tun alles mit ganz viel Herzblut und scheuen weder Mühen noch Zeit, aber manchmal kommen auch wir seelisch an unsere Grenzen.
Außerdem gibt es noch weitere Streunerplätze, die wir betreuen, d.h. es kommen demnächst noch mehr Tiere zu uns. Noch nie gab es so eine Katzen(Kitten-)flut wie dieses Jahr! Abgesehen davon, nehmen wir sehr oft Tiere auf, die gar nicht in unseren Bereich/Bezirk gehören, aber wenn sonst niemand erreichbar ist….
Und deshalb sind wir so sehr auf Eure Unterstützung angewiesen: Egal ob Geld-, Sach- oder Futterspenden! Und natürlich freuen wir uns auch über Eure (regelmäßigen!) Zeitspenden! Wir brauchen dringend mehr Unterstützung für unseren Katzenbereich: Die Menschen, die sich mit scheuen Katzen beschäftigen wollen und uns helfen Ihr Vertrauen zu gewinnen, dass sie die Chance auf eine schnellere Vermittlung in ein liebevolles Zuhause bekommen können.
Ihr wollt Euch einbringen? Dann meldet Euch bei uns. Danke für Euer „OHR“, wir brauchen das manchmal 😉